Beigel, Thorsten (hrsg.) - Mangold-Will, Sabine (hrsg.): Wilhelm II. Archäologie und Politik um 1900, 140 S., 11 s/w Abb., ISBN : 978-3-515-11557-5, 39 €
(Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2017)
 
Compte rendu par Jörn Kobes
(joern.kobes@gmx.de)

 
Nombre de mots : 2275 mots
Publié en ligne le 2018-01-17
Citation: Histara les comptes rendus (ISSN 2100-0700).
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          Hervorgegangen aus einer gleichnamigen Tagung im Juli 2012 an der Bergischen Universität Wuppertal legen B(eigel)/M(angold)-W(ill) den abschließenden Band vor. Dabei sind die Strukturen der Vortragsmanuskripte beibehalten worden.

 

        Sieben Beiträge, die von einer Einleitung und einer Schlussbetrachtung umrahmt werden, nähern sich dem Thema der kaiserlichen Inanspruchnahme geisteswissenschaftlich aufstrebender Wissenschaften zur Formulierung deutscher Interessen, die sich nicht nur auf den Kulturbereich, sondern auf alle in der damaligen Sicht »wichtigen Wissenschaften« und Positionen erstrecken sollten.

 

         In der Einleitung umreißen beide Herausgeber die Idee, »Wilhelms archäologisches Interesse und sein damit verbundenes Eintreten für die wissenschaftliche Archäologie, sowie seine eigene publizistische Tätigkeit auf diesem Gebiet« (S. 7) eingehend zu untersuchen. Dabei soll weniger ein »Versuch einer Ehrenrettung Wilhelms als Wissenschaftler« (ebenda) versucht werden, sondern eine Verbindung seiner humanistischen (Aus-)Bildung, seines Interesses und seiner nachweislichen Förderung deutscher Ausgrabungstätigkeiten rund ums Mittelmeer und der Phase seines niederländischen Exils gefunden werden, in dem er vor allem literarisch und populärwissenschaftlich arbeitete und sich mit anerkannten, teilweise auch etwas umstrittenen Wissenschaftlern im Doorner Kreis umgab. All das führte bisher nur selten zu einer eingehenden Betrachtung, sondern vielmehr wurde ein solches Privatunternehmen »als dilettantisches Freizeitvergnügen amüsiert zur Kenntnis genommen« (ebenda), wenn es überhaupt einer Erwähnung wert gewesen ist. Es wird also der Versuch unternommen, weniger die Marotten des nicht nur gelegentlich belächelten Herrschers darzustellen, sondern sein Eintreten für die junge historisch-archäologischen Wissenschaften in Gebieten fern des Kaiserreiches im Kontext der Bedeutung deutscher Geisteswissenschaften vor 1914 angemessen darzustellen. Die damit einhergehende außenpolitische Konnotationen – vielleicht auch nur die Spielart eines geisteswissenschaftlichen Kolonialismus dürfen dabei nicht unbeobachtet bleiben.

 

         Suzanne Marchand gibt im einzigen englischsprachigen Beitrag einen kurzen Überblick über den Zustand der »deutschen« Archäologie im Wilhelminischen Zeitalter (S. 15–21), ausgehend vom »semi-dilettantish Institut für archäologische Korrespondenz« und der Ausrufung des Kaiserreiches. Eine der dabei aktiven »Klammern« war der schon früher für die Erziehung Friedrichs III. verantwortliche Ernst Curtius, dem sich die Erfolge Heinrich Schliemanns in Griechenland und im Osmanischen Reich und der von Wilhelm unerschütterlich unterstützte Wilhelm Dörpfeld hinzugesellten. Außerdem sollten sich die Arbeiten von Alexander Conze und Richard Schöne derart gewinnbringend auswirken, dass sich das junge Kaiserreich um die Mitte der 1880er Jahre vornehmlich auf die kulturell wirksamen Entdeckungen gestürzt habe. Damit habe es sich quasi für die Hintanstellungen bei der Erwerbung von außereuropäischen Kolonien gütlich tun können (S. 16). Deswegen habe sich das Reich eben den Regionen zugewendet, in denen sie einem mehr klassisch orientierten Antike-Gedanken nachgehen konnten: Diese Gelegenheit bot das schon in dieser Zeit kränkelnden Osmanische Reich, das sich auf der Suche nach politischer (und gegebenenfalls militärischer) Unterstützung den Angeboten nicht entziehen konnte, die mit Kenntnis und Genehmigung der kaiserlichen Regierung unterbreitet wurden. Es ist müßig nachzudenken, was passiert wäre, wenn der Erste Weltkrieg einen anderen Ausgang gefunden hätte – trotzdem lassen sich bestimmte Fäden einer staatlicherseits geförderten Kulturpolitik in der Weimarer Republik und während des nächsten Weltkriegs nachverfolgen, deren Früchte, so Marchand (S. 20 f.), man heute auf der Berliner Museumsinsel betrachten könnte.

 

         Matthias Steinbach (S. 21–38) widmet sich forsch, direkt und wohltuend rücksichtslos den Wurzeln und Verästelungen im Denken des »wissenschaftlichen Dilettanten« (S. 24), die angelegt und entwickelt wurden von der Kasseler Schulzeit über seine aktiven Eingriffe und politischen Entscheidungen bis zur quasi privatisierten Wissenschaftsclique in Doorn (Doorner Akademie oder Doorner Arbeits-Gemeinschaft) während des kaiserlichen Exils. Eine sehr breite, heute überraschend ausufernde geisteswissenschaftliche akademische Bildung in sieben Fächern während seiner Bonner Studienzeit sollte »mittel- und unmittelbare Anwendung« ermöglichen und war »auf die gegenwärtige Weltverfassung ausgerichtet« (S. 25f.). Die Anwendungschancen ergriff er dann zehn Jahre später, als er nach der Thronbesteigung der damals sehr modernen Ausbildung akademischen Wissens, den naturwissenschaftlich ausgerichteten Technischen Hochschulen, effizient und eindringlich optimale Startbedingungen bot und das kaiserliche Gewicht deutlich und sichtbar in der Gründungsphase einer alternativen Hochschullandschaft inklusive der Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (1911) und der Einweihung des gleichnamigen Instituts (1913) in Dahlem positionierte. Im selben Jahr wurde ihm dafür die Ehrendoktorwürde aller Technischen Hochschulen im Reich verliehen – Wilhelm konnte sich als Kaiser akademisch sozialisiert fühlen. Dass dies jedoch nur während seines Kaisertums und vor allem nicht gegenüber den traditionellen Hochschulen galt und mit seiner Abdankung nur in privatissime in Doorn fortgeführt werden konnte, ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen. Waren durch die Technischen Universitäten die kaiserlichen Interessen auf die Naturwissenschaften ausgerichtet, so gelang es den vornehmlich historisch-altertumskundlich ausgerichteten Geisteswissenschaften durch den Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Adolf v. Harnack, Einfluss und Anerkennung zu gewinnen – damit war diesem und der Wissenschaftsorganisation ständige kaiserliche Unterstützung sicher.

 

         Mit der Abdankung des Kaisers und der Ausrufung der Republik brach dieses quasi symbiotische System zusammen; der Kaiser hatte sein Amt verloren, die ihn zuvor hofierenden Akademiker unterwarfen sich der geänderten Situation und zollten der republikanischen Ordnung vordergründig ihre Solidarität (S. 33). Nur vereinzelte wissenschaftliche Außenseiter wie Leo Frobenius oder langjährig befreundete Dilettanten (im grundsätzlichen Sinne) wie der Architekt und archäologische Autodidakt Wilhelm Dörpfeld (S. 34) hielten aus den unterschiedlichsten Gründen den Kontakt zum Privatmann Wilhelm. Diese waren laut Steinbach (S. 33f.) die wohl wichtigsten Gesprächs- und Korrespondenzpartner Wilhelms in Doorn – gleichgültig, ob Frobenius und Wilhelm der sog. »Hamiden-These« anhingen, oder ob Wilhelm und Dörpfeld das von beiden 1911 auf Korfu gefundene Gorgo-Relief (dazu auch der Beitrag Beigels, S. 87ff.) als Logo der Doorner Arbeits-Gemeinschaft adaptierten. Damit milderte der kaiserliche Privatmann seinen Thronverlust mit einem mehr oder weniger erfüllten neuen Leben – ob er damit weithin Akzeptanz fand, darf mit Steinbach bezweifelt werden.

 

         Die Beiträge von Dieter Vierweger / Julia Serr / Marcel Serr und Sabine Mangold-Will beschäftigen sich mit der Orientreise des Jahres 1898. Die erstgenannten richten ihr Augenmerk auf den Abstecher nach Palästina und die Gründung des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI), Mangold-Will untersucht ihrerseits die politischen Implikationen und Folgen der Reise sowie die Inszenierung des personalen Vergleichs des Hohenzollern-Kaisers mit seinem staufischen »Vorgänger« Friedrich II. während dessen Kreuzzugs ins Heilige Land. Sie kommt in Anbetracht der vorliegenden Quellen und Berichten zu der These, dass es bei der Orientreise Wilhelm vor allem darum gegangen ist, aus der Reise und den vorliegenden historisch-archäologischen Observationen »eine moderne quasi naturwissenschaftlich belegte und zugleich welthistorisch konstante Herrschaftslegitimierung als Monarch eines deutschen Universalreiches [zu gewinnen, Anm. d. Red.], das ganz bewusst zwischen Okzident und Orient verortet wurde« (S. 54). Mangold-Will hebt den legitimatorischen Charakter der Orient-Reise des Kaisers hervor. Zur Stützung ihrer These, die sich im Ganzem als durchdacht und schlüssig erweist, dienen Mangold-Will das Besuchsprogramm abseits vom Baalbek-Aufenthalt, der angestellte Vergleich zwischen Staufer- und Hohenzollern-Kaiser, die kaiserliche Damaskusrede im Vergleich zwischen Saladin und dem deutschen Kaiser – beides aus dem offiziösen Reisebericht, der 1899 veröffentlicht wurde – und ein post-imperial abgeschlossenes Manuskript »Das Königtum im alten Mesopotamien« aus dem Jahr 1938, das dem aus dem Vorderen Orient kommenden Gottkönigtum eine Translation zu seinem Kaisertum nachweisen sollte, jedoch wohl neben dem Anschluss Österreichs und der Sudetenkrise keine gesteigerte Aufmerksamkeit erlangen konnte. Sollte dies tatsächlich dem kaiserlichen Denken entsprechen, darf man getrost konstatieren, dass Wilhelm in dieser Auffassung nicht mehr der moderne Kaiser sein konnte, der er mit dem Verweis auf die modernen und von ihm unterstützten Ingenieurswissenschaften sein wollte. Man ist geneigt, hier ein Paradoxon zu postulieren.

 

         Lars Petersen wendet sich als klassischer Archäologe dem Verlauf der Ausgrabungen in Baalbek und der damit verbundenen kaiserlichen Aufmerksamkeit zu. Waren im abgelaufenen Jahrhundert meist Großbritannien und Frankreich – Italien trat erst viel später mit deutlichen Kolonialambitionen in der Türkei und in Nordafrika auf den Plan – erfolgreich im Auffinden, Bearbeiten und Abtransportieren von archäologischen Gütern gewesen, versuchte das Kaiserreich, diesen Rückstand mit Verve und bedeutenden staatlichen und kaiserlich-privaten finanziellen Mitteln zu verringern. Dabei gewannen die Ausgrabungen in Baalbek eine besondere Aufmerksamkeit, weil Wilhelm II. hier 300000 Goldmark aus seiner Privatschatulle beisteuerte und sich damit auch einen gewissen Einfluss in Darstellung und Außenwirksamkeit nach seinem zeitlich überschaubaren Besuch 1898 sichern konnte. Die Voruntersuchungen wurden unmittelbar nach Abreise des Kaisers in Auftrag gegeben, nachdem der Grabungsantrag bei der Pforte eingereicht war. Von 1900 bis 1902 wurde unter Leitung Otto Puchsteins gegraben, anschließend wurde die archäologische Dokumentation in Angriff genommen, die ihren Abschluss erst zwischen 1921 und 1925 (3 Bände, hrsg. v. Theodor Wiegand) fand.

 

         Dem privaten kaiserlichen Steckenpferd »Gorgo« nähert sich Thorsten Beigel in seinem Beitrag. Gegen die traditionelle Darstellung eines Dilettanten auf dem Thron, wenn es um Archäologie und antike Kunst geht, möchte er den Kaiser nicht rehabilitieren, sondern Wilhelms Beschäftigung mit der und über die Gorgo in einer politischen Skizze zeichnen. Schon die Fundzusammenhänge am Artemistempel nahe des von Wilhelm II. von Elisabeth von Österreich (Sissi) erworbenen und zu dieser Zeit bewohnten Achilleion lassen die Vermutung deutlich werden, dass der Fund der Gorgoreliefs aus dem Tempelgiebel durch den Kaisers schon eine »Räuberpistole« gewesen sein kann, wenn ihm vom griechischen Ausgräber die Aufsicht über die Grabung übergeben wird und kurz darauf das Relief »gefunden« wird. Dies wird im Weiteren auch nicht besser, wenn wir berücksichtigen, dass der Kaiser nach seinen Erinnerungen (1924) ein Vierteljahrhundert nach der Entdeckung (in den »Studien zur Gorgo, Berlin 1936«) den Gorgo-Fund in einen größeren Zusammenhang stellen und damit die Wanderung von Personen, Vorstellungen und Religionen von Ost nach West in vorhistorischer Zeit erklären wollte. Für ihn war die Gorgo eine vorgriechische, eher phönizische Muttergottheit, die in historischer Zeit von Artemis verdrängt und als Reminiszenz im Tempelgiebel Aufnahme gefunden habe. Beigel stellt die kaiserlichen Hypothesen und Argumente objektiv dar, kann ihnen aber auch keine wirkliche Seriosität zusprechen. Gleiches muss ihm zufolge auch für die »Doorner Arbeits-Gemeinschaft« gelten, in der zwar bekannte, jedoch schon am Rand der Community stehende Fachwissenschaftler mit dem Ex-Kaiser und Leo Frobenius zu Themen referierten, die aus der Rückschau seltsam anmuten. Mit Leo Frobenius »lösten sich seine Ansichten zunehmend vom Boden solider Wissenschaft« (S. 98).

 

         Ins selbe Horn stößt Christoph Johannes Franzen mit seinem Beitrag zur Doorner Arbeits-Gemeinschaft und ihrer Bedeutung für den exilierten und damit in seiner Bestimmung gescheiterten Herscher. Quasi aus dem Fehlen von sinnstiftenden Aufgaben zog sich Wilhelm eben auf die Felder zurück, die ihm nach der Abdankung geblieben waren: seine charakteristische »Wut auf Juden, Katholiken und Freimaurer« (S. 102) und seine Ansichten zur Altertumswissenschaft, besonders der Wechselwirkung von Ost und West, und der Einbettung in seine bedingt fassbaren Vorsehungsvorstellungen. Neben der kaiserliche Entourage in Doorn gehörten mit dem niederländischen Philologen und Ausgräber Carl W. Vollgraff, dem in Leiden lehrenden Assyriologen Franz Böhm und von Frobenius geförderten Wissenschaftlern der jungen Frankfurter Universität und anderen jüngeren Fachgelehrten ein illustrer Kreis von Außenseitern an. Dieser Zusammensetzung widmet sich Franzen im weiteren Verlauf. Dabei wird nach ihm vor allem eines deutlich: Leo Frobenius’ gesteigerter Einfluss auf den Privatmann Wilhelm, der Karl Kerényi und sogar Franz Altheim (später in Himmlers »Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe« aktiv) ansprechen konnte. Die Liste der Referatsthemen (S. 117–121, von 1927 bis 1938) offenbart zum einen die Steckenpferde der Vortragenden – bei Wilhelm drehte sich vieles um die Gorgo und Symbole des Königtums –, zum anderen aber auch die fassbare Nähe der Themen zum einladenden Gastgeber. Der so geehrte Adressat wusste um seine Bedeutung, konnte sich gelegentlich mal unwichtig-dilettantisch, mal energisch-befehlend zeigen, wobei er nicht immer von der Wirkung auf die anderen erfuhr.

 

         Sabine Mangold-Will resümiert zum Schluss sehr kurz den Eindruck, den Wilhelm auf und durch die Archäologie gewinnen wollte, und mit welchen Ambitionen er diese verhältnismäßig junge Wissenschaft in den Dienst der Herrscherlegitimation gebrauchen konnte. Wenn sie auch den Kaiser hier als Vertreter der Postmoderne verstehen will, weil er Rückwärtsgewandtheit mit großem Interesse an Wissenschaft kombinierte, so ist doch aufgrund seiner Sprunghaftigkeit, seines Auftretens und seiner Vorstellung von Königtum als gottgewollte Herrschaft eines deutlich geworden: meines Ermessens nach – und ich mag hier zu einer pessimistischen Haltung jetzigen – bleibt Wilhelm auch hinsichtlich der archäologischen Wissenschaften, die er anstoßen und voranbringen könnte, der wenig sympathische, ambivalente und nicht vollständig erklärbare Mensch, der er schon vorher für Zeitgenossen und Historiker gewesen ist.

 

         Ein Autorenverzeichnis, ein Verzeichnis der im Sammelbandes verwendeten wissenschaftlichen Literatur und ein zweiseitiges Personenregister beschließen den Band. Es bleiben jedoch auch nach der Lektüre noch einige offene Fragen, die ich hier nur in Auswahl anreißen kann. Man fragt sich, ob tatsächlich der Diebstahl des Silbernen Sterns aus der Geburtsgrotte von Bethlehem zum Streit über den Dieb und nachfolgend zum Ausbruch des Krimkriegs geführt habe (S. 65). Eine Antwort auf diese möglicherweise nicht unerhebliche Frage wäre hilfreich, war doch der Krimkrieg die erste größere multinationale Auseinandersetzung nach den Napoleonischen Kriegen unter geänderten Bündnissystemen. Ein weiterer Punkt, möglicherweise abhängig von der Auswahl der Referenten, ist die fehlende Thematisierung des kaiserlichen Einflusses auf die provinzialrömischen archäologischen Wissenschaften im Reich selbst, also die Gründung der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt (1902) und die Unterstützung der 1892 gegründeten Reichs-Limeskommission, die sich auch sinnfällig im Bau der Saalburg nahe Bad Homburg v. d. Höhe zeigt, übrigens einer der beliebtesten Aufenthaltsorte der kaiserlichen Familie außerhalb Berlins und fern von den kaiserlichen Yachten.

 

         Vielleicht – das wäre sicher wünschenswert – dürfen wir auf eine Fortsetzung mit bislang unberücksichtigten Themengebieten hoffen.

 

 

Nachtrag Folgende online vorliegende Besprechungen dieses Sammelbandes sind dem Rez. bisher bekannt geworden:

 

 

Inhalt

 

Thorsten Beigel / Sabine Mangold-Will: Einleitung, 7

Suzanne Marchand: German Archaeology in the Wilhelmine Era: An Overview, 15

Matthias Steinbach: Wilhelm II. und die Gelehrten: Aspekte einer Beziehungsgeschichte, 23

Dieter Vieweger / Julia Serr / Marcel Serr: »Archäologie ist ein extrem politisches Geschäft«: Die Palästina-Reise Kaiser Wilhelms II., 39

Sabine Mangold-Will: Die Orientreise Wilhelms II.: Archäologie und die Legitimierung einer hohenzollernschen Universalmonarchie zwischen Orient und Okzident, 53

Lars Petersen: Kaiser Wilhelm II. und die deutschen Ausgrabungen in Baalbek, 67 Thorsten Beigel: Der Stolz des Dilettanten: Wilhelm II. und die Gorgo, 87

Christoph Johannes Franzen: Wilhelm II. und die »Doorner Arbeits-Gemeinschaft«, 101

Sabine Mangold-Will: Schlussbetrachtung: Wilhelm II. – Archäologie als wissenschaftliche Herrschaftslegitimation in der Ambivalenz der Moderne, 123

Autorenverzeichnis, 127

Literaturverzeichnis, 129

Personenregister, 139